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Premiere des 1. Country und Westerntreffen Tossens
Die Premiere des 1. Country und Westerntreffen Tossens ist Geschichte und schon jetzt laufen die Planungen für das zweite Festival im nächsten Jahr. Das Veranstalterteam um Michael Blahm und Viola Marek haben gezeigt, der Norden braucht sich hinter den etablierten Festivals nicht zu verstecken. Neben Bullriding, Pferdevorführungen, Westernshops und historischen Vorführungen sorgte vor allen das abwechslungsreiche Musikprogramm für die richtige Stimmung.
Nun, sehr leicht zu finden war das Terrain des Festivals nicht, aber das Navi leitete uns am Freitag Morgen zielsicher nach Tossens. Unser Transporter vollgepackt mit Technik bis unters Dach brauchte dann nur noch einmal den Deich rauf und Deich runter und schon lag das riesige Gelände vor uns (Bild links). Sofort ins Auge fiel die markante Bühne, direkt an der Nordsee gelegen und nur durch einen breiten Fussweg vom Wasser entfernt, zumindest bei Flut ...
Überall herrschte noch emsiges Treiben, unser Mixplatz wurde mittels Podesten in den Sand gesetzt und mit einem Pavillonzelt umbaut, ein Schaufellader glättete die Sandfläche, um eine Tanzfläche ebenfalls aus Bühnenpodesten vor die Bühne zu stellen. Kein leichtes Unterfangen, und so musste nach Protesten einiger schon anwesender Linedancer das ganze noch einmal nachgebessert werden. Was uns sofort auffiel, war die familiäre Atmosphäre im gesamten Mitarbeiterteam vom Chef bis hin zur Reinigungskraft. Eine Tatsache, welche ein solches grosses Event nur positiv beeinflussen kann. Gleiches galt auch für die teilnehmenden Musiker und Bands, wir kannten sie ja fast alle von anderen Festivals oder der Countrymusic Messe Berlin/Nürnberg. Da bewahrheitete sich einmal mehr der Spruch - miteinander und füreinander anstatt gegeneinander!
Für die Festivalbühne hatten wir optimales Equipment dabei, vom Monitoring bis zum Licht stimmte alles. Da hatte unser Stephan im Vorfelde der Planung gute Arbeit geleistet. Wir hatten in etwa drei Stunden die komplette Technik installiert und den Line- und Lichtcheck fertig.
Den Opener am Freitag Abend gestaltete Peter Caulton. Der gebürtige Neuseeländer trat nur mit akustischer Gitarre auf und zog alle Registers seines Soloprogrammes. Peter ist ein genialer Entertainer, wenn auch so manche Ansage im Dickicht seines Bartes hängenblieb. Aber seine Musik verstand wohl jeder, auch Zuhörer, die eigentlich nur mal vorbeigeschaut hatten, blieben bis zum Ende seiner Show gegen 0:30 Uhr. So kam ich denn auch in den Genuss des obligatorischen "Happy Birthday" gesungen von Peter Caulton und den “Tossener Fischerchören”. Es war ein kurzweiliger Abend und Peter hatte so manch neuen Fan gewonnen.
Der nächste Morgen begann recht stürmisch, es wehte eine “steife Brise”, wie der Norddeutsche recht treffend formuliert. Eröffnet wurde der Samstag von der Band “Lost Boots”, den Lokalmatadoren des Countryclubs Cheyenne aus Zetel. Mit Western-Gitarren, Snare und Bluesharp liessen sie alte Lagerfeuersongs aufleben, aber auch Titel der Countryneuzeit im Oldtime-Gewand. Gegen 14:00 Uhr wurde es dann Zeit für unsere Band “Crossroad”. Matt Walker, der selbst mit Wohnmobil angereist war half aus, um den Soundcheck mit und für uns zu machen, danke Matt, hat doch super geklappt. Langsam kam auch die Sonne wieder zum Zuge und so strömten immer mehr Gäste ins Areal. Noch einmal wurde mir per Ständchen “Happy Birthday” gewünscht, ach ja, schon vergessen? Mit einer Lulu in Hochform am Mikro und Hannes an der Tele mit begeisternden Soli gab es viel traditionelle Countrymusic und den verdienten Beifall. Benjamin hatte sein persönliches Highlite mit dem “Unknown Stuntman” und Stephan überzeugte mit “Trail of Tears”. Wir hatten auf jeden Fall viel Spaß auf der Bühne und auch das Publikum ging gut mit. Meine Güte, wie schnell vergehen doch zweieinhalb Stunden und schon waren die letzten Töne unseres letzten Song “Leaving On A Jetplane” verklungen.
Die nächste Band war dann “Matt Walker und After T.”, eine Band, deren Repertoir nicht nur äußerst interessante Einblicke in die Welt der Countrymusic preisgab, sondern unter dem Motto "Country meets Rock" auch Oldies der 70er und 80er gekonnt dargeboten hat. Leider hatte Matt mit seinen Jungs das Pech, eine kurze Regenphase zu erwischen, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch und der Strom der Zuhörer stieg immer noch an.
Der musikalische Höhepunkt an diesen Abend - die “Slow Horses” - war bereits im Bandbus hinter die Bühne gefahren und Steeler Lutz begrüsste uns erstmal sehr herzlich, und natürlich “Happy Bithday” ...
Der Soundcheck verlief reibungslos und einige hundert Gäste hatten sich inzwischen im Bühnenbereich versammelt. Man sah die Band schon förmlich mit den Hufen scharren, ja sie waren gut drauf und als Sängerin Gaby dann das okay für den Bühnensound gab, ging die Post ab. Selten habe ich die Jungs um Gaby Schmidt so aufgedreht erlebt, mit lockeren Sprüchen und einer perfekten Bühnenshow brachten sie alle ihre Songs und natürlich auch ihr berühmt-berüchtigtes Oldiemedley, welches beim Publikum mit “tossenden” Applaus bedacht wurde. Wer aber geglaubt hatte, so gegen 23:00 Uhr nähert sich das Ende, der hatte sich getäuscht, nach einer kurzen Pause legten die Slow Horses noch einmal kräftig nach und erst weit nach Mitternacht legten sie die Instrumente aus der Hand. Dieser Auftritt hatte den Namen Höhepunkt wahrhaftig verdient.
Der Sonntag begann mit Sonnenschein und auf der Bühne mit den “Lost Boots”, die mit leichter Countrykost die Frühstücker und Bruncher unterhielten, die sich bereits ab 10:30 Uhr zahlreich eingefunden hatten. Veranstalter Michael Blahm war bereits jetzt sehr viel ruhiger als noch zu Beginn seines Festivals, als er doch manche Zweifel über den Erfolg hegte, aber die schienen anscheinend jetzt bereinigt . Ab 14:00 Uhr betrat “Traveling Jack” die Bühne, um am ausklingenden Nachmittag viel akustische Musik, alte Rockklassiker und eigene Interpretationen von Songs der Eagles zu Gehör zu bringen.
Ab 17:00 Uhr gab es den krönenden Abschluss dieses tollen Wochenendes. Wer anderes als Hermann Lammers Meyer mit seinen Emsland Hillbillies konnte das Publikum noch einmal nachhaltig vom Spaßfaktor Country überzeugen. Hermann lieferte eine grosse Show, es gab immer noch kleine Gags und Stories, die auch wir noch nicht kannten, wie aus einer Wundertüte zauberte Hermann immer wieder die passende Anmoderation zu seinen eigenen Songs und ausgewählten Klassikern, Höhepunkt die über 10 Minuten lange Fassung von “Desperados Waiting For The Train”. Eine überzeugende Vorstellung die gegen 20:00 Uhr mit zwei Zugaben ausklang.
Für uns blieb noch der Abbau der Technik und wir alle vom CM NET Team waren doch geschafft aber glücklich und zufrieden, diese Herausforderung über drei Tage gemeistert zu haben. Bei der Verabschiedung bestätigte uns der Veranstalter unsere gute Arbeit und wir freuen uns, daß wir auch beim nächsten Country & Westerntreff 2011 dabei sein werden. (© 08.2010 AR CM NET)
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